Ich will aber!

Disclaimer: Ich behaupte NICHT, dass irgendein biologisch männlicher Pirat biologisch weibliche Piraten in irgendeiner Weise benachteiligt oder dass Frauen innerhalb der Piratenpartei schlechte Chancen auf Ämter oder Ähnliches haben!
Disclaimer 2: Ich bin kein Fan von Alice Schwarzer oder von der Quote der Grünen. Eure Argumente dagegen könnt ihr also gleich wieder einpacken und erstmal lesen, warum ich TROTZDEM über das Gender-Gedöns reden will.

Das fasse ich mal ganz kurz zusammen:
1) Es gibt wenige Frauen in der Piratenpartei.
2) Ich will wissen, warum das so ist.
3) Ich will, dass wir gemeinsam versuchen, das zu ändern. Aus Gründen.
4) Danach bekämpfen wir Benachteiligung, Diskriminierung und Sexismus in der Gesellschaft.

Und jetzt muss ich ein bisschen schreien: ICH BEHAUPTE DOCH NICHT, DASS IHR SCHULD SEID, ICH WILL NUR, DASS IHR WAS DAGEGEN MACHT! DAS IST WICHTIG!

Frauen sind nicht die besseren Menschen und nicht klüger als Männer. Aus naheliegenden Gründen haben sich bisher überwiegend Frauen mit der Benachteiligung von Frauen befasst. Dabei wurde viel Kluges, Dummes, Lustiges, Pauschales, Differenziertes, Unfaires und Weises gesagt. DESHALB HÖRT BITTE VERDAMMT NOCHMAL AUF, JEDE FRAU, DIE SICH DAZU ÄUẞERT IN DIE SCHWARZER/GRÜNE/DOGMATISMUS-SCHUBLADE ZU STECKEN! HÖRT ZU, DENKT SELBER, BILDET EUCH EINE MEINUNG UND DISKUTIERT MIT!
DANKE!

Langversion:
Auch mich hat wütend gemacht, dass die Medien sich nach dem Wahlerfolg in Berlin an 14:1 aufgehängt haben und sich nicht damit auseinandergesetzt haben, was Frauen in der Partei tun und sagen (dazu hier der Kegelklub). Hätten sie recherchiert und dann geschrieben, dass wir Frauen es bei den Piraten ziemlich super finden und es eventuell manchmal sogar etwas leichter haben als Männer, wären vielleicht ein paar mehr Frauen beigetreten. Aber ein paar mehr Frauen reichen nicht. Aus Gründen. Ich weiß, dass jetzt viele Piraten aufschreien. Freiheit, Freiwilligkeit, jede die will kann doch mitmachen und wenn zufällig kaum Piraten Brüste haben, ist das doch auch ok! Brüste sind nun relativ offensichtlich, aber natürlich trifft das auch auf andere gesellschaftliche Gruppen zu. Es ist eine Binsenweisheit, dass die die „Mitmach-Partei“ mehrheitlich aus einer ziemlich homogenen Gruppe besteht (Penis, eher gebildet, mitteljung, irgendwas mit Internet). Klar, gibt es AUCH Frauen, Rentner und vielleicht sogar ein paar Mitglieder ohne Internet – wer weiß? Aber die Mehrheit ist eine andere. Und da kommt bei mir die kognitive Dissonanz. Mitmach-Partei, Basisdemokratie, Beteiligung. Einzug ins erste Landesparlament, steigende Umfragewerte. Der Anspruch, die Gesellschaft besser zu machen. Und alle können doch mitmachen! Genauso wie alle Kinder ja aufs Gymnasium können, wenn sie sich nur anstrengen (Dieser Irrtum ist in der Bildungssoziologie eigentlich längst beseitigt. Und seit PISA wissen sogar die Mainstream-Medien, dass schlechte Bildungschancen sozial vererbt werden). Da passt was nicht zusammen. Das Denken, dass alle mitmachen können, wenn man es anbietet, ist überholt (Soziologie ist übrigens ein spannendes Studienfach).

Wir haben wunderbare Ideale entwickelt, ein eigenes Denken, eine eigene Kultur. Wir haben gesehen, dass diese bedroht wird. Deshalb haben wir (ok, am Anfang war ich noch nicht dabei, aber so klingt es besser) eine Partei gegründet. Um unsere Interessen zu vertreten. Wir haben auch begriffen, dass unsere Ideale nicht nur das Internet betreffen und den Anspruch entwickelt, auch andere Gesellschaftsbereiche zu verändern. Wir sind sogar gegen soziale Benachteiligung. Aber wir sehen nicht, dass unsere Kultur auch Menschen ausschließt. Dass wir alle dieselbe Brille aufhaben und einen großen Teil der Gesellschaft und ihrer Probleme überhaupt nicht wahrnehmen. Und dass ein Großteil der Menschen uns nicht wahrnehmen, weil sie unsere Kultur nicht begreifen. Menschen, deren Probleme wir lösen wollen. Ganz schön überheblich.
Wir müssen es probieren! Wir müssen intern testen, ob unsere Kultur auch in einer heterogeneren Gruppe funktioniert. Mit mehr Nicht-Nerds. Wir können doch nicht schon vor Beginn aufgeben! Aufgeben wie die anderen Parteien, die sich entweder damit abgefunden haben, dass Politik fast nur von privilegierten weißen Männern gemacht wird oder die eine Quote haben, um das zu steuern. Ich will, dass wir so cool werden, dass Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen mitmachen wollen! Ich will, dass wir zuhören und Probleme der Menschen erkennen. Mit unserer Nerd-Brille neue Sichtweisen und Lösungen finden. Dass dann neue Menschen zu uns kommen, auch solche, die nicht im Internet wohnen. Und auch, dass etwa die Hälfte von uns Frauen sind (ich höre die Aufschreie). Weil über die Hälfte der Menschen in diesem Land Frauen sind und weil alle Menschen von einer besseren Welt träumen.

Meint ihr es ernst mit dem Welt verändern oder wollt ihr nur euer Biotop retten?

Ich bitte um eure Biotop-Exit-Strategien in den Kommentaren. Nächste Woche kommt meine Sammlung von Gründen, warum so wenige Frauen in der Piratenpartei sind.

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53 Antworten auf Ich will aber!

  1. acid sagt:

    Die einfachste Exit-Strategie ist auch die schwerste:

    Stets seine eigene Position zu hinterfragen und versuchen andere Blickwinkel auf diese zu bekommen. So könnten wir richtig cool werden :D

  2. Wurliwurm sagt:

    Mehr Nicht-Nerds? Och nö.
    Mehr Nerd-Girls? Sehr gerne.
    (nein, keine Trollerei, sondern meine ernste Meinung.)

  3. Arte Povera sagt:

    Ich will das auch. :)

    Vielleicht sage ich später noch mehr dazu, erstmal halte ich fest, dass ich jeden Satz so unterschreiben könnte.

  4. Quarkspeise sagt:

    Du machst es Dir wunderbar einfach. Einfach mal ne Runde anprangern und dann so Tun, als ob man einfach durch fünf Minuten nachdenken eine Lösung findet, die weder Dir noch der Gesellschaft bisher eingefallen ist.

    Die Sache ist nunmal kompliziert. Und die Piratenpartei ist bisher auch nicht mit dem Anspruch angetreten für jedes Problem auf Zuruf eine Lösung präsentieren zu können.

    Klar gibt es unglaublich ambitionierte Ziele und offensichtlich ist die Überwindung aller nur erdenkbaren Genderhürden nicht mal ansatzweise prioritiv gewesen. Man hat sich schlichtweg den Dingen gewidmet, zu denen mehr konkrete Vorstellungen entwickeln konnte. Schon das war nicht einfach.

    Aber mich kotzt es einfach an, wenn zum wiederholten Male jemand glaubt, er müsse nur eine Forderung aufmachen um seine Schuldigkeit getan zu haben und danach die Adressierten in der Pflicht stehen das zu lösen, woran die Gesellschaft seit Jahrzehnten scheitert.

    Muss auch die Piratenpartei wirken. Ja. Da gibt es keinen Grund so zu tun, als ob das einen nichts anginge. Aber bitte auch mit einer klitzekleinen Portion Realismus. Und auch mit mehr Engagement als einfach nur zu fordern, dass da doch mal bitte jemand was tun muss.

    • mueslikind sagt:

      Ich sage ja nicht, dass jetzt auf die Aufforderung hin andere ad hoc eine Lösung haben sollen. Ich habe schon viel darüber diskutiert und werde auch im nächsten Blogeintrag konkreter werden, was meine Ideen sind. Das war sozusagen nur die Einleitung. Weil mich gestört hat, dass viele das Thema von vorne herein abgeblockt haben. Ich will darüber reden!

  5. Incredibul sagt:

    Hell yeah! Packen wirs an ;) Und wenn Leute jammern und mosern, machen wir das halt ohne die. Das Mannheimer Piratentreffen wird schonmal Testgelände.

  6. Erdrandbewohner sagt:

    Ich stimme dir weitestgehend zu. Allerdings greifst du weitestgehend wieder auf die zwei biologischen Geschlechter zurück. (Ja, richtig: ein Aufschrei. Oder besser: ein Zucken im Gesicht). Dies ist eine Ebene, die (auch historisch) ihre Berechtigung hat, aber nie dem einzelnen Menschen in all seiner ganzen Vielfalt gerecht werden kann.

    Wenn von “Männern und Frauen” geredet wird, bleibt man an Bildern, an Konzepten kleben. Das wollen die Piraten ändern. Aber: Sich vom alten Geschlechterbild zu lösen ist mitunter schon für eine einzelne Person schwierig. Und es ist nicht damit getan, daß das Binnen-I und weibliche Wortendungen bei den Piraten abgeschafft werden. Die Geschlechter-Dekonstruktion auf eine gesamte Gesellschaft zu übertragen ist ein Mehr-Generationen-Projekt, genau wie der klassische Feminismus über 100 Jahre brauchte, um “den Frauen” grundlegende Rechte und, zumindest vom Gesetzt her, eine Gleichberechtigung zu erkämpfen.

    Es ist dumm, wenn von einigen Piraten einfach postuliert wird, sie hätten die Geschlechter überwunden. Richtig ist: Die Piraten haben einen geilen, zukunftsweisenden philsophischen Ansatz und versuchen es im Kleinen zu leben. Noch ist aber dieses “Post-Gender” zu inhaltsleer, zu schlagworthaft, zu undifferenziert um dem klassischen Feminismus in der Gesellschaft, mit seinen Quoten und der Fixierung auf das biologische Geschlecht, eine viel menschlichere Alternative entgegensetzen zu können und dies außerhalb der Piratenpartei in die Gesellschaft hineinzutragen.

    Immerhin: Ein Anfang ist gemacht.

    • mueslikind sagt:

      Mir ist auch klar, dass das mit den Geschlechtern komplizierter ist. Aber es hätte den Text zu komplex gemacht, das zu berücksichtigen. Ich habe versucht, mich auf meine wesentliche Aussage zu konzentrieren und deshalb etwas vereinfacht.

  7. Valentin Brückel sagt:

    Mein erster Reflex war, zu schreiben “Du hast im Prinzip Recht mit Deiner Analyse, aber ich sehe da nichts schlechtes drin” und das ausführlich zu begründen. Je mehr ich allerdings darüber nachdenke, umso mehr habe ich das Gefühl, dass ich damit argumentativ ins Leere renne, einen status quo schönrede, den man nicht beschönigen sollte.

    Es ist hoffentlich unbestritten, dass es bei den Piraten insgesamt zu wenige Frauen und insbesondere zu wenige Frauen in exponierter Stellung gibt. Man kann das auf vielfältige Art begründen: Die einen sagen, die Piraten wären sexistisch, andere sagen, das wäre ein allgemeines Problem von Parteien und wieder andere verweisen auf die eher im Techniker-Milieu liegenden Wurzeln unserer Partei. Persönlich glaube ich, dass die Ursache simpler ist: Es ist immer schwer, Teil einer Minderheit oder gar einziger Vertreter in einer Gruppe zu sein – völlig unabhängig davon, ob wir vom Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder anderen Merkmalen reden. Eine einzige Frau in einer Männergruppe wird immer eine Sonderrolle einnehmen, genauso wie ein einziger Jugendlicher in einer Gruppe von Rentnerinnen immer eine Sonderstellung haben wird. Selbst wenn die Gruppe selbst das nicht so wahrnimmt, so wird es doch für Außenstehende so wirken. Eine solche Sonderstellung bedeutet ein gesteigertes Maß an Aufmerksamkeit, das vielen Menschen unangenehm ist. Ein Einzelner in einer ansonsten homogenen Gruppe steht unter besonderem Druck – nicht notwendigerweise von außen, oft gibt es schlicht aus sich selbst heraus das Gefühl, sich selbst und den anderen etwas beweisen zu müssen.

    Daher glaube ich, dass der niedrige Frauenanteil bei uns durchaus selbstverstärkende Züge hat: Wenn sich tatsächlich mal Frauen für Vorstandspositionen gefunden haben, dann haben wir sie meist in kurzer Zeit verschlissen. Die wenigsten waren bereit, für eine zweite Amtszeit zu kandidieren.

    Wenn wir langfristig den Frauenanteil steigern wollen, dann führt der Weg nach meiner Ansicht nur über positive Beispiele. Wir brauchen mehr Frauen in Vorständen, Fraktionen etc., die dort anerkannt gute Arbeit machen und das auch nicht nur eine Wahlperiode. Let’s face it: Der Mensch ist ein Herdentier und nacheifern ist immer einfacher, als selbst voranzuschreiten (sehr anschauliches Beispiel hier)

    Auch wenn es mir widerstrebt: Wenn wir mehr Frauen in der Partei haben wollen, dürfen wir Männer sie nicht als gleichgestellt behandeln. Wir müssen sie in Führungspostionen drängen und dort unterstützen und bestätigen. Das widerspricht allen unseren Werten, tut mir in der Seele weh und geht mit der Gefahr einher, unsere wenigen Frauen auch noch zu verprellen. Mittelfristig aber ist es die realistischste Perspektive, die ich sehe, um den Frauenanteil signifikant zu steigern.

    • mueslikind sagt:

      Ja, dass es schwierig ist, die einzige oder eine von wenigen Frauen zu sein, ist mir auch schon klar geworden. Für eine schüchterne Frau ist es sicher schwieriger, Pirat zu werden als für einen schüchternen Mann. Da sie automatisch viel stärker auffällt. Werde nächstes Mal noch über weitere Gründe schreiben.

      • Valentin Brückel sagt:

        Die meisten Menschen sind schüchtern, wenn sie in einer ungewohnten Umgebung sind. Für mich heißt das nur, daß diese Personen keine Selbstdarsteller sind, sondern zu Selbstkritik fähig.

        Meine Erfahrung mit dem Politikbetrieb ist die, daß gerade schüchtern wirkende Personen oft gute Führungsqualitäten besitzen – eben weil sie sich nicht in den Vordergrund drängen, sondern eher kollegial arbeiten.

  8. susanna sagt:

    Waren die Nerds nicht immer die Uncoolen, mit denen niemand anders etwas zu tun haben wollte, im Gegensatz zu denen, die sich etwa als Sportstars hervortaten? Es liegt doch eine gewissen Ironie darin, dass diese Nerds jetzt einen beachtlichen Wahlerfolg erzielt haben, und dass nun beklagt wird, dass viele Menschen ausgeschlossen seien – ausgeschlossen aus der Gruppe der Nerds, die doch traditionell selbst die Ausgeschlossenen waren, ausgeschlossen von den “Coolen”.

    Ich habe noch mehr Gedanken dazu, aber ich schaffe es nicht, sie zu sortieren…

    • Anthem sagt:

      Das ist doch schon längst vorbei. Spätestens seit Buffy, Matrix & co. sind Nerds oft und deutlich als reichlich cool porträtiert worden.

      Aber davon unabhängig: Sehr cooler Artikel, und er trifft genau den Punkt: Die Quote wurde als ein Schritt für Gleichstellung eingeführt, und wird heutzutage mit Gleichstellung gleichgesetzt. Und dann geht die Klappe zu. Im Sinne von: ‘Wir haben eine Quote, wir sorgen für Gleichstellung. Ihr habt keine Quote, ihr seid rückständig.’ Das ist der Teil an der “Debatte”, der mich aufregt.

      Dass es auch bei uns besser sein könnte, steht ausser Frage. Bin gespannt auf die Fortsetzung.

      • susanna sagt:

        Matrix habe ich gesehen, Buffy nicht. Mein Eindruck von den Jugendlichen, die ich kenne, ist aber nicht, dass sie Neo oder Trinity jetzt als Vorbilder sehen, denen sie nacheifern müssten, jedenfalls nicht, was ihre Computerkenntnisse anbelangt. (Außerdem kamen sie bei mir ganz anders an: nicht so sehr als Computer-Nerds, sondern viel mehr als starke Kämpfer und als Menschen, die die Niederungen der physischen Realität überwinden können.)

        Das Bild des Mathe-Cracks, der anders ist als “normale Menschen”, ist, glaube ich, noch sehr lebendig.

      • mueslikind sagt:

        Danke! Freu mich, wenn du weiter liest und mitdiskutierst!

  9. korbinian sagt:

    hi miriam.

    ich stimm dir erstmal zu, stelle mir aber grundsätzlich die frage ob eine partei die nicht den anspruch erhebt volkspartei zu sein (zumindest sehe ich die piratenpartei aktuell so, du auch?) als anspruch haben muss die bevölkerung in ihrem gesamten spektrum abzubilden. eine partei repräsentiert eben nicht die gesamte bevölkerung sondern immer nur ihre wähler, das ist meiner meinung nach in einem verhältniswahlsystem wie hier in deutschland ihre aufgabe.

    trotzdem ist es natürlich essentiell sich gedanken zu machen wie man für mehr menschen attraktiv wird. ich wünsche mir definitiv eine heterogenere parteistruktur, aber wenn man für alle interessant sein will ist man doch am ende für niemanden mehr interessant. ich beziehe das nicht auf geschlechter, da würde ich mir auch 50:50 wünschen, genauso zb auch mehr menschen mit migrationshintergrund, ältere usw.

    ich hab letztens mit einem migranten in berlin geredet der mir zur wahl gratuliert hat. er freut sich über die piraten, wollte aber gleich wissen wie wir dafür werben migranten in die partei zu holen. sein vorschlag war zb mehr auf kulturelle veranstaltungen zu gehen und gezielt bei bestimmten gruppen zu werben. ich fänds auch gut speziell frauen direkter anzusprechen, zb in dem man mal nen ada lovelace tag macht oder so. grundsätzlich bin ich aber optimistisch. grade die programmerweiterung wird uns für immer mehr wähler interessant machen. grundeinkommen scheint ja zb ein heisses eisen zu sein was sehr breite bevölkerungsschichten interessiert.

    grüße, korbinian

    • mueslikind sagt:

      Hey Korbinian,
      ja, das hab ich mich auch gefragt, ob wir alle repräsentieren wollen. Ein paar wohl nicht, z.B. Leute, die deutlich andere Ziele verfolgen als wir. Wir wollen ja auch nicht alle Frauen bei uns haben, Frau Merkel und Frau Schwarzer z.B. nicht. Es gibt ja auch Arschloch-Frauen. Aber Menschen, deren Interessen wir vertreten wollen, weil sie bisher benachteiligt werden und denen unsere Visionen gefallen, wollen wir vielleicht doch repräsentieren? Z.B. Bildungssystem- und Arbeitsmarktverlierer oder eben auch Migranten?
      LG Miriam

      • jill sagt:

        aha, frau schwarzer spielt also in der gleichen liga wie frau merkel und weil die beiden dermaßen etabliert sind, können sie bei den piratinnen natürlich keinesfalls akzeptiert werden. nagut, jede braucht wohl so ihre feindinnenbilder, um sich abzugrenzen.

  10. niun sagt:

    Also meine Frau sagt, sie fühle sich ausgeschlossen. Weil wir so viele “Hacker Witze” machen (Ich erwähne meine Frau nicht, weil sie eine Frau ist, sondern weil sie mir PR-Probleme der Piratenpartei aufgezeigt hat, die sich vielleicht ein bisschen mehr auf Frauen negativ auswirken, weil Frauen in Deutschland irgenwie “aus Gründen” mit ziemlich wenig Prozent zu diesen Nerds gehören, die Internet-Mem-image-board-like-Witze verstehen). “Hacker” seien cool sagt sie, aber unantastbar und spielen in einer anderen Liga als sie. Meine Frau ist richtig doll intelligent und sie versteht alles, was man ihr erklärt. Aber sie sagt, es gibt da einfach eine Schwelle bei der Piratenpartei, welche die Piraten hochhalten, damit sie nicht drankommt. Mit ihren Witzen und dem etwas überheblichen Gehabe in Netz-Internet-Tech-Und-So-Themen.

    Ich kann das durchaus nachvollziehen. Nun ist aber gerade dieses Gehabe – denke ich – ein wichtiger Teil von dem, was die Piraten zusammengebracht hat und motiviert. Das heisst, wir müssen es irgendwie schaffen, uns weiterhin besser zu fühlen als die anderen, aber gleichzeitig in der Öffentlichkeit offener zu wirken. Weniger arrogant. Mehr wie die Hippie-Grünen, die früher gesagt haben könnten: “Wenn Du Liebe in Dir hast, dann wähle gegen Atomkraft und Krieg und Unterdrückung der Schwachen. Wir können doch auch alle nichts besonderes, aber wir können Lieben. Die Natur und die Menschen und die Sonne.”

    Ich weiss aber nicht so ganz, wie wir das hinkriegen sollen. Meint Ihr ich bin da dem richtigen Problem auf der Spur?

    • mueslikind sagt:

      Das ist sicherlich dieses Wir-Gefühl einer Gruppe, das es nach innen kuschelig macht, Außenstehende fühlen sich aber ausgeschlossen. Hatte neulich auch so ein Erlebnis. Vier Piraten mit einer Nicht-Piratin im Urlaub. Sie hielt uns erst für kreativ und witzig, bis sie merkte, dass wir dauernd Twitter-Meme zitierten. Dann war sie etwas enttäuscht. Da sie uns im Urlaub nicht ausweichen konnte, lernte sie ziemlich viel über die Piraten und verstand Twitter. Sonst hätte sie sicher schnell gedacht, dass wir einen Vogel haben und hätte sich wieder mit anderen Freunden getroffen. Aber die meisten Leute lachen ja mit, wenn man ihnen die Witze erklärt? Manchmal muss man vielleicht mehr erklären und Leute “einladen”, es sich mal anzuschauen.

      • Philipp sagt:

        Insiderwitze schrecken definitiv Neueinsteiger_innen (sic!) ab. Ebenso lange Geschäftsordnungs- oder Satzungsdiskussionen, die sich ja auch “nur“ mit Internas befassen. Das sind schonmal zwei wichtige Zutaten des Nusskuchens.
        Aber schön, dass ihr euch damit befassen wollt, das macht euch sympathisch. Und wer weiß, vielleicht seid ihr auch ohne Quote erfolgreich darin.
        Grüße von der Grünen Jugend

  11. Ellie sagt:

    Ob in Tweets oder auf Blogs:
    Wenn jemand pseudolustig sein möchte und “aus Gründen” schreibt, weiß man sofort, dass man nicht mehr weiter lesen muss. So auch hier.

  12. Pingback: Die Piratenpartei und das Gendermissverständnis « 11k2

  13. @eigensinn83 sagt:

    Erstmal grundsätzlich: Darüber reden? F1ck j4!
    Alles weitere ist dann komplizierter…

    Am Donnerstag war ein toller, gemütlicher Piraten-Stammtisch im Beyerhaus in Leipzig. man/frau müsste @art1pirat mal fragen, um ein zahlenmäßiges Verhältnis daraus zu destillieren. Aber die Demographie, die Du beschrieben hast, haut schon ziemlich genau hin (mein Eindruck).

    Mich würde interessieren, was Du von PostGender hältst. (nicht unbedingt auch: https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Postgenderism ) Damit meine ich AUSDRÜCKLICH NICHT diejenigen, die dieses Schlagwort wie einen Schutzschild vor sich hertragen, um nicht über Gender reden zu müssen. Ich meine den Ansatz, Gender ALS SOLCHES zu dekonstruieren bzw. soziale und andere Strukturen so zu gestalten, dass Gender kein Exklusionskriterium mehr ist. (Von der Biologie würde ich trotzdem die Finger lassen. Das zu dekonstruieren würde vuraussetzen, alle damit in Verbindung stehenden Befindlichkeiten und Prozesse bis ins Letzte verstanden zu haben.)

    Dann noch kurz zu deinem Vergleich GymnasiumPiratenpartei. Ich finde, der hinkt ein wenig: Bei Zugang zu Bildung geht es um Zugang zu einem hohen gesellschaftlichen Gut, das seiner Art nach Abstrakt und sehr umfassend ist – ein Gut, das Grundlage unglaublich vieler weiterer Aspekte eines erfüllten Lebens ist, obendrein ein Gut, dessen “Besitz” (eine) Grundlage der Strukturen der Ressourcenzuteilung innerhalb unseres Gesellschaftssystems ist. Bei Mitwirkung in einer Partei hingegen ist das, was hinter der zu überwindenden vermeintlichen Exklusions-Hürde liegt, mMn weit weniger fundamental.

    Passt (das eigentliche) PostGender damit zusammen, annähernd ausgeglichene Zahlenverhältnisse anzustreben?

    Braucht Liquid Democracy (und mMn ist die Piratenpartei diejenige politische Gruppierung, die mehr als jede andere dafür steht und eintritt und das auch ausbauen sollte) zahlenmäßige Repräsentation demographischer (oder ähnlicher, in Anteilsdistributionen darstellbarer) Kennziffern? Gibt es dafür nicht das Delegieren?

    mMn ist Liquid Democracy nicht unbedingt ein höheres Ziel als Gender-Gleichwertigkeit. Richtig und konsequent umgesetzt würde aber mMn Liquid Democracy Parteien weitestgehend überflüssig machen – dann (vielleicht irgendwann im Laufe diesen Jahrhunderts) wäre auch diese Debatte weitgehend überflüssig.

    • mueslikind sagt:

      Ich denke, PostGender ist ein hehres Ziel. Bisher habe ich mich wenig damit befasst, weil ich es eben nur so erlebt habe, wie du sagst: Als Schutzschild von Leuten, die absolut nicht darüber reden wollen. Und das fand ich ehrlich gesagt ziemlich lächerlich. Bei einer Gruppe mit ca. 90% Männern zu behaupten, Geschlecht spiele keine Rolle. Da ist doch schon von vorne herein die Hemmschwelle für eine Frau viel höher. Ein schüchterner Mann kann sich in der Masse “verstecken”, eine solche Frau nicht. Aber ich schweife ab. Ich gestehe, dass ich zu wenig Ahnung habe, um zu sagen, ob Postgender als Konzept zu wenig ausgearbeitet ist oder ich die Details einfach nicht kenne. Bisher ist es mir wie gesagt nur bei Leuten begegnet, deren Kompetenz zu diesem Thema ich eher gering einschätze.

      Ich verstehe, dass der Gymnasiums-Vergleich etwas hinkt. Trotzdem finde ich, dass wir für die Menschen offen sein sollten, die für unsere Ziele sind. Wenn wir z.B. die Situation von HartzIV-Empfängern verbessern wollen, sollten diese auch die Möglichkeit haben, mitzuwirken. Wenn wir das Bildungssystem verbessern wollen, sollten wir vielleicht offener für Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen werden? Klar brauchen wir die Zugangshürden für Banker nicht zwingend reduzieren.

      Ich denke schon, dass PostGender dazu passen könnte. Wenn wir unsere Ideen verständlich für Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen machen würden, würden wahrscheinlich automatisch mehr Frauen mitmachen. Wenn eben das Parteien-Politik-Macht-Dings weniger im Vordergrund stehen würde, sondern eher die Lösung der gesellschaftlichen Probleme.

      Für mich passt Liquid Democracy sehr gut dazu, unterschiedliche Gruppen zu repräsentieren. Gerade für “leisere” Menschen, die sich nicht so in den Vordergrund stellen, bietet es gute Möglichkeiten, wie ich im LQFB gemerkt habe. Stellt ein Troll einen Antrag, schafft dieser einfach das Quorum nicht, da kann sich der Antragsteller auf den Kopf stellen. Anders herum kann ein kompetenter Mensch, der in Diskussionen nicht so laut ist, ein gut durchdachten Antrag einbringen, der Erfolg haben wird, wenn er gut ist. Oft ist ja die Mehrheit, die mit einer Sache zufrieden ist, schweigend und die Gegner laut. Durch die Abstimmung wird das ins richtige Licht gerückt und konstruktive Kritik kann man ja trotzdem einbringen. Ich kann mir vorstellen, dass in einem solchen System mehr unterschiedliche Gruppen mitarbeiten als in anderen Arbeitsformen (wenn man das System verbessern und mehr pushen würde).

      Stimmt, vielleicht sind Parteien inzwischen überholt, weil es nicht mehr so klare Interessengruppen gibt. Es gibt nicht mehr “die Arbeiterklasse” usw. Liquid Democracy könnte wirklich eine Möglichkeit sein. Es ist aber noch ein weiter Weg, eine solche Demokratie zu etablieren, da die Menschen daran gewöhnt sind, nicht wirklich mitmachen zu können.

  14. Pirat_JMaurer sagt:

    Moin,
    nen schicker Text, der da steht. Ja, ich habe ihn komplett gelesen und auch verstanden – sofern man mir ein wenig Verständnis für den sogenannten Geschlechterkampf nachsagen will.

    Bevor ich weiterschreibe sollte klar gesagt werden, daß ich zwar für die Piratenpartei spreche, dies allerdings meine private Meinung ist und nicht zwangsweise mit der Meinung der Piratenpartei Deutschland konform geht.
    Was ich nicht verstehen will ist jedoch schlicht die Tatsache, warum diese Trennung von Männchen und Weibchen der Gattung Homo Sapiens Sapiens so eine wichtige Größe der Gesellschaft ist. Es sind Menschen, egal welchen Geschlechts oder welcher sexueller Ausrichtung. Es sind schlichtweg einfach alles Menschen.
    Mir ist völlig egal, ob ob wir nun mehr Männchen als Weibchen in der Partei haben oder mehr Weibchen als Männchen. Es ist mir genauso egal, ob ich nun mit einem Männchen oder einem Weibchen an der Verwirklichung unserer Ziele arbeite.
    Wichtig ist, daß die Ziele dem Wohle der Menschen dieses Landes dienlich sind.
    Wenn nun also Menschen, egal welchen Geschlechts, Religion, Alter, Hautfarbe usw etc (genaue Definition entnehme bitte dem AGG §1) diskriminiert werden, so ist dieser Zustand zu beheben. Die Tatsache, daß die Piratenpartei nun aufgrund des geringeren Frauenanteils angegriffen wird, sehe ich als Parteimitglied (mit Glied) als Diskriminierung und das ist nicht in Ordnung. Gleichwohl frage nicht nur ich mich, warum wir auf den Punkten Geschlecht und Kleidung angegriffen werden. Diese Angriffe bringen weder der Piratenpartei, noch dem Angreifenden, noch den Menschen in diesem Land irgend einen Vorteil.

    Die Piratenpartei steht jedem Geschlecht offen und es ist die schlichte Tatsache, daß nicht nur in der Piratenpartei, sondern auch in den alteingesessenen Parteien bislang weniger Frauen als Männer in der Partei sind, dennoch werden wir deswegen angegriffen – got the point?
    Wir benutzen (!) das Internet. Wir haben in den Augen der etablierten Parteien unkonventionelle Arbeitsmethoden und Ansichten. Wir haben durchaus sehr interessante Forderungen. Alles Punkte, über die man mit uns sachlich und effektiv diskutieren kann um dem Wohl des Landes und seiner Einwohner zu helfen. Wenn ihr Kritiker nun allen Ernstes meint, uns aufgrund unserer Kleidung oder der unterschiedlichen Anzahl an Weibchen und Männchen in unserer Partei angreifen zu müssen, so macht dies. Bitte, kein Problem. Im Gegenzug erwarte ich jedoch auch, daß ihr euch mit unserem Programm auseinandersetzt und mit uns diskutiert. Nicht um uns in irgendeiner Art und Weise zu helfen, nein, sondern um diesem Land zu helfen. Denn das ist es, was diese Partei meiner Ansicht nach will: ein freies Land, in dem man gerne lebt, in dem es Flora und Fauna gut geht, in dem es den Menschen des Landes gut geht. Ansich nichts anderes als das, was die anderen Parteien wollen, aber halt mit anderen Möglichkeiten, anderen Mitteln, anderen Ansichten und Herangehensweisen. Für dieses Land und somit auch für Sie! Also hört endlich auf, uns auf 2 Punkte zu reduzieren und fangt an etwas zu ändern. Danke.

    Jonathan Maurer

    • mueslikind sagt:

      Natürlich ist ein erstrebenswertes Ziel, dass Geschlecht keine Rolle mehr spielt. Aber ganz offensichtlich spielt es eine Rolle, in der Gesellschaft und in der Piratenpartei. In der Gesellschaft zeigt sich das z.B. darin, dass Frauen häufiger unbezahlte Arbeiten wir Haushalt, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen erledigen. Verrichten sie bezahlte Arbeit, verdienen sie dafür weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Das ist ein Skandal und Piraten sind ja in ihrem Familienprogramm gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Also müssen wir etwas dagegen tun. Ich glaube aber, dass wir diese Probleme besser verstehen, wenn mehr unterschiedliche Menschen bei uns mitmachen. Und auch wenn niemand bewusst diskriminiert, ist es nunmal so, dass bestimmte Mechanismen dafür sorgen, dass wenige Frauen mitmachen. Arte Povera hat das hier nochmal ziemlich gut erklärt: http://www.wider-die-windmuehlen.de/2011/09/genderdebatte-zum-x-ten-oder-3-arten-von-chancengleichheit-und-auch-keine-losung/. Kurz: Auch wenn wir nicht Schuld daran sind, dass wenige Frauen mitmachen, müssen wir etwas dagegen tun!

  15. Noch kein Pirat sagt:

    Hi,

    solange ihr nicht “positiv diskriminiert”, wird sich wohl kaum ein Pirat an “Piratenfeminismus” stören. Es ist ein Thema in Politik und Gesellschaft. Dann besetzt es auch. Aber mit euren eigenen Konzepten, nicht mit den alten Konzepten wie positive Diskriminierung.

    Alles, was die PP für gesellschaftliche Gruppen interessanter macht und dabei keine Gruppe diskriminiert und keine bevorzugt, ist eigentlich von vornherein zu begrüßen.

    Nur egal, was ihr euch überlegt: Hechelt nicht den Grünen nach, denn es gibt sie bereits, es braucht keine zweite Grüne Partei. Entwickelt eigene, moderne Ansätze. Und verliert bitte bei Blick auf das eine Geschlecht nicht das andere Geschlecht aus dem Blickfeld.

    Allein wie unideologisch hier und woanders über das Thema diskutiert wird, lässt schon schwer hoffen.

    Noch ein wichtiger Zusatz: Die Reihenfolge der oben genannten Punkte finde so nicht okay. Ihr könnt nämlich gleichzeitig unideologisch über Frauen bzw. Geschlechter in der PP sprechen und gleichzeitig über Probleme in der Gesellschaft reden. Aber bitte trennt beides. Ihr seid in der PP schon viel weiter als die Gesellschaft.

    • mueslikind sagt:

      Ich habe mich bewusst gleich zu Anfang von Quote und Grünen distanziert und nur wenig über Geschlechter geschrieben. Mir geht es eben um den Blick nach vorne und neue Ansätze.

      Die Reihenfolge ist natürlich etwas plakativ und natürlich reden wir schon jetzt über Probleme der Gesellschaft. Ich hoffe mir nur, dass wir a) an Wissen, Erfahrung und Kompetenz im Bereich Diskriminierung gewinnen, wenn wir es schaffen, diesen Punkt aktiv zu verändern. Und dass wir b) automatisch in vielen Bereichen kompetenter sind, wenn wir mehr unterschiedliche Mitglieder haben. Kollektive Intelligenz und so. Da ich also annehme, dass uns eine größere Heterogenität in der Partei kompetenter machen würde, will ich den Punkt möglichst zeitnah angehen, um andere Punkte auch besser bearbeiten zu können.

      • Noch kein Pirat sagt:

        Das hört sich alles sehr gut an und ich wünsche viel Glück. Ich war immer skeptisch beim Thema Feminismus, weil ich vor allem zwei Dinge vor Augen sah: Alice Schwarzer und die “positive Diskriminierung” der Männer, also insb. die Frauenquote…

        Wenn es bei euch weiter so unideologisch bleibt, kann man das nur unterstützen.

        Ich glaube, es gibt keine bessere Partei als die PP um solche modernen Ansätze zu entwickeln.

        Übrigens:
        Da ihr (die eine Diskussion zu dem Thema wollt) euch ohnehin so unideologisch und pragmatisch anhört, solltet ihr möglichst die Diskussion und/oder daraus resultierende Ergebnisse immer auch auf beide Geschlechter bzw. viele Gesellschaftgruppen übertragen [schon ab Punkt 1: Wieso gibt es so wenige xyz in der Piratenpartei?]. So könnt ihr auch dem möglichen Bild entgegentreten, dass es doch wieder nur um Frauenbevorzugung bzw. “positive Diskriminierung” der Männer in der ein oder anderen Weise geht. So nehmt ihr Skeptiker (m/w) mit und es hätten alle etwas davon. So könntet ihr Augenrollen und teilweise verständliche Abwehrreaktionen außerdem von vornherein verhindern.

        • jill sagt:

          mir wird schon bange vor der zeit, in der man sich nicht mehr auf alice schwarzer beziehen kann, wenn man keinen bock auf eine ehrliche gender-auseinandersetzung hat. neue feindinnen müssen her!

          • Noch kein Pirat sagt:

            Wer meinst du, hat keinen Bock auf eine ehrliche Gender-Auseinandersetzung?

            Alice Schwarzer wird von vielen Männern und Frauen kritisiert, das ist doch nichts Neues und sollte nicht überraschen.

            Mit ihrem lächerlichen Pascha-Award hat die gute Frau leider gar nichts Konstruktives zu dieser Diskussion beigetragen.

            Es sind Leute notwendig, die WENIGER polarisieren als Schwarzer. Es braucht keine neuen Feindinnen sondern neue Freundinnen. Engagierte Menschen, die sowohl Männer als auch Frauen mitnehmen. Ansonsten werden neue Konflikte erst erzeugt.

            Einseitige, ideologische Diskussionen gab und gibt es genug, es ist mal Zeit für was Neues.

  16. brain freedom sagt:

    hi :)
    hatte mich da schon vorher zu geäussert, vlt gefällt euch der text ja ;)
    http://brain-freedom.soup.io/post/165904318/Liebe-PiratInnen
    ansonsten d’accord. mfg.

    • mueslikind sagt:

      Danke! Dein Text gefällt mir. Er zeigt, dass die Frauen bei Piraten die Sache nicht alle gleich sehen. Über die möglichen Gründe für den geringen Frauenanteil will ich auch noch bloggen und freu mich, dass es doch schon einige Texte darüber gibt.

  17. donaupiratin sagt:

    Also mir gefallen die Insiderwitze. Daran kann ich sehen, die Leute denken wie ich, hier bin ich richtig.
    Pirat, weiblich, über40

    • mueslikind sagt:

      Na klar, sag ich ja: Sie machen ein kuscheliges Gefühl. Ist ja auch völlig ok. Aber wenn man will, dass auch Außenstehende Zugang zur Gruppe finden, muss man etwas sensibel sein dafür, dass sie sich vielleicht ausgeschlossen fühlen. Und mal den ein oder anderen Witz erklären. Die meisten lachen dann ja mit und können sich auch dafür begeistern.

  18. Pingback: Protokoll vom 24. September 2011beiTrackback

  19. BAReFOOt sagt:

    Schau dir bitte mal das da an: http://www.southpark.de/alleEpisoden/408/?lang=en (Ab 18:14)

    Und du wirst erkennen, dass du die Person bist, die immer noch in einer Sexismuswelt hängt und sexistisch denkt.

    • Jonny sagt:

      Nun, es existiert ein Widerspruch zwischen der Forderung „Post-Gender“ und der Forderung „Mehr Frauen in der Piratenpartei“. Kleinreden lässt sich das nicht.

      Aber wenn du dir anschaust, wie Frauen die Piratenpartei in der Realität erfahren, siehe http://brain-freedom.soup.io/post/165904318 beispielsweise, und welche Forderung wir an alle Piraten haben (etwa hier https://11k2.wordpress.com/2011/09/24/die-piratenpartei-und-das-gendermissverstandnis/), dann stellt sich nicht die Frage, wer Recht hat, sondern welcher der beiden Entwürfe näher an der Wirklichkeit ist. Dass die Post-Gender Ideologie ein verbrieftes Ziel der Piraten ist, das kann keiner in Abrede stellen. Aber viele männliche Piraten, die ich kenne, sind *männlich*. Keiner von denen hat sein Geschlecht oder die Geschlechter der anderen überwunden.

      Die Punkte, die Müslikind hier anbringt sind Gott sei Dank nur pragmatisch und kaum debattierbar. Natürlich ist es leicht, ihr hier Gedankenverbrechen vorzuwerfen (nämlich sexistisch zu denken), aber das ist nicht der Punkt. Man möchte zunächst nur eines: Die Piratenpartei für Frauen ein klein wenig erträglicher gestalten.

      Ich finde, das ist ein legitimes Ziel. Hoffentlich schaffen wir es, das umzusetzen, ohne der bereits existierenden Crew allzusehr auf die Füße zu treten. Und wenn man dafür sexistisch denken muss, dann sei es drum.

  20. BAReFOOt sagt:

    Oh, und als Start: Wenn du dich auch auf eine Post-Sexismust- (oder besser Post-*ismus-) -Stufe weiterentwickelt hast, wie wärs wenn du selber der Piratenpartei beitrittst und anführst anstatt zu meckern aber nix zu tun (damit du weiter meckern kannst?)?

    Arsch hoch und was tun! :)

    • mueslikind sagt:

      1) Ich BIN Mitglied
      2) Das hier ist die Einleitung, weil ich eine differenzierte Diskussion für notwendig halte, um das Problem in Angriff zu nehmen. Am Ende habe ich angekündigt, dass ich weiter darüber bloggen werde, auch über konkrete Ideen, um gemeinsam etwas zu tun.

  21. Maria sagt:

    Liebes Müslikind,
    ich finde es super, dass Du dich des Themas annimmst und eine differenzierte Diskussion förderst.
    Ich wollte anregen, dass Ihr nicht vor lauter Beschäftigtsein mit dem Ablehnen des Feminismus, auch mal einen Blick werft auf die Erkenntnisse der feministischen Diskussionen der letzten Jahrzehnte. Es ist ja nicht alles Schwarzer und Quoten… Denn eigentlich seid ihr gelandet im klassischen und vieldiskutierten “Feministischen Dilemma”. Was ist das? Ich erzähle es mal aus der Rechtsperspektive, weil ich davon am meisten verstehe. In der feministischen Rechtswissenschaft haben wir nämlich auch das Problem: Wenn das Recht an Geschlecht anknüpft, konstruiert es dieses einerseits mit (verfestigt also die Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der Gesellschaft und im Denken der Menschen, wo wir doch eigentlich wollen, dass es eben keine Rolle mehr spielt). Andererseits kann mit Hilfe des Rechts Diskriminierung nur verhindert werden, wenn Diskriminierungsmerkmale benannt und dabei die geschützte Gruppe (z. B. Frauen, Migrant/innen, Menschen mit Behinderungen) festlegt, damit aber wiederum in diese Konstruktionsfalle tappt.

    Judith Butler (in: Seyla Benhabib u. a. (Hg.), Der Streit um Differenz, 1995, 31 ff.) hat dazu folgendes geschrieben: Ein Subjekt ist nicht vorgegeben, es wird konstruiert. Das geschieht dadurch, dass eine Abgrenzung von anderen und der Außenwelt erfolgt. Das Subjekt “Frau” ist also eine Identitätskonstruktion, solche Konstruktionen erfolgen aber auch anhand anderer Kategorien… Deshalb habt ihr dann natürlich Bauchschmerzen mit der Quote, nicht nur wegen des Arguments der Benachteiligungsgefahr für Männer (die ja auch irgendwie diesen Kategorien verhaftet bleibt) sondern wegen der Knüpfung von Rechtsfolgen an diese Identitätskonstruktionen.

    Nun aber zu meinem Punkt: Die Thematisierung von Identitätskonstruktionen darf nicht dazu führen, dass gesellschaftliche Benachteiligungen nicht mehr thematisiert werden dürfen, weil sie eben anhand von Kategorien erfolgen, die ebenfalls auf solchen Konstruktionen beruhen. Denn das führt zur politischen Handlungsunfähigkeit, ihr werdet diese Kategorien nicht überwinden, indem ihr sie de-thematisiert oder ihre gesellschaftlichen Wirkungen ignoriert. Mit dem Dilemma sollte man stattdessen so umgehen, dass immer wieder bestimmte Festlegungen, Anknüpfung an Identitäten ect. hinterfragt werden, auch im politischen Umgang damit.

    • mueslikind sagt:

      Hallo Maria,
      danke! Ich bin nicht grundsätzlich gegen Feminismus und bin gerne bereit, mehr darüber zu lernen. In der letzten Zeit hat mich nur geärgert, wenn Feministinnen männerfeindlich auftraten oder Frauen vorschreiben wollen, wie sie sein sollen (mehr dazu in unserem Podcast, letzter Beitrag vor diesem Post). Sicherlich sind das oberflächliche und unreflektierte Äußerungen, die es bei allen Themen gibt. Über Tipps für gute Texte würde ich mich sehr freuen!
      Deinem letzten Absatz stimme ich sehr zu! Deshalb habe ich das geschrieben und werde auch weiter darüber schreiben!

  22. shui sagt:

    Ich hasse dieses Thema.
    Tut mir leid, aber das musste raus.

    Ich muss nicht für Gleichberechtigung der Frauen kämpfen, weil ich für Gleichberechtigung für alle bin.

    Frauen bekommen weniger Geld als Männer
    Es ist bei weitem nicht so das es keine Frau gibt die viel verdient!
    In anderen Ländern werden die Menschen gnadenlos ausgebeutet – Männer und Frauen.

    Frauen werden oft von Männern misshandelt
    Ein tot geschwiegenes Thema aber Männer werden auch von Frauen misshandelt!
    Täglich sterben unzählige Menschen druch Gewalt – Männer und Frauen.

    Frauen haben auf Grund ihres Geschlechts Nachteile in manchen Berufen
    Männer auch!
    Hautfarbe, Religion, Sexuelle Orientierung ..usw

    Ich will hier nicht die Probleme der Frauen klein reden, ich will zeigen das wir nicht alle Männer zu Feministen machen dürfen, um dann alle Maskulinisten zu werden weil Männer unterdrückt werden.

    In unserer Gesellschaft steht das Leben einfach viel zu sehr im Hintergrund.
    Geld ist nicht alles, und kein Mensch ist durch seine Geburt weniger Wert.

    Daher ist meine Lösung: Mehr Gerechtigkeit für ALLE, nicht NUR Frauen

    und für alle die es Interessiert, ich bin/war bei diesem Thema eigentlich sehr parteiisch, aber nicht so männerfeindlich, dass ich nicht für Gleichberechtigung aller Menschen wäre.

  23. A. Nonymous sagt:

    mehr Nicht-Nerds – Nein Danke.

    Das Profil der Piratenpartei wird im wesentlichen durch den hohen „Nerd“-Anteil definiert. Dadurch daß die Piraten zum großen teil aus Leuten besteht, die in der Lage sind Probleme zu analysieren und wissen wie man Probleme angeht und löst und nicht nur ein Haufen Deppen in Anzug die prima heiße Luft und Powerpoint-Folien produzieren können, aber völlig unfähig sind Probleme zu lösen.

    Und ich möchte das das so bleibt.

    Und zu Frauen. Frauen haben bei den Piraten (wie fast überall) sowieso einen Mädchenbonus und der beste Weg Frauen zu den Piraten zu bringen, wäre es wenn die Frauen die schon dabei sind, andere Frauen davon überzeugen – als Mann braucht man das garnicht erst versuchen, das prallt an der von klein an eingeübten und von den Müttern vermittelten Benachteiligungs-Emanzendenke der meisten Frauen wirkungslos ab.

  24. Christian sagt:

    “ICH BEHAUPTE DOCH NICHT, DASS IHR SCHULD SEID, ICH WILL NUR, DASS IHR WAS DAGEGEN MACHT! DAS IST WICHTIG!”

    Wichtiger wäre eher, dass Frauen selbst etwas machen. Das sie in größeren Scharen in Parteien eintreten und dort auch zu der Übernahme von Aufgaben bereit sind. Die Frauen müssen etwas machen, dann kommen sie auch nach oben. Das ist natürlich harte Arbeit und der Ruf nach einer Quote einfacher. Aber wer Frauen in die Politik bekommen will, der muss bei den Frauen ansetzen.

    • mueslikind sagt:

      Na klar müssen die Frauen das, aber wollen die denn im Moment offenbar nicht? Es ist ja nicht so, dass Frauen generell nicht bereit sind, sich zu engagieren, im Gegenteil. Vielleicht liest du dazu nochmal Arte Poveras Antwort.

  25. Tommi sagt:

    Ich will, dass Dein nächster Blogeintrag so cool wird, dass mindestens 50% Frauen kommentieren ;)

    Und nein, ich möchte bitte NICHT, dass im Musikgarten auf einmal mindestens 50% Väter mit auftauchen. Lieber insgesamt 50% weniger Eltern. Ich werde auch den Kindergarten nicht nach Männeranteil in der Belegschaft aussuchen. Oder die Bäckerei.

    Insgesamt halte ich das Konzept Frauenquote für Schwachsinn. Völlig wurscht, wie es motiviert ist und wie dogmatisch es betrieben wird. Kompetenzquote finde ich besser. Da gleicht sich das Geschlechterverhältnis dann ganz von alleine aus.

    Deshalb finde ich Deinen Wunsch geil: “Ich will, dass wir so cool werden, dass Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen mitmachen wollen!” (+ Dein Kommentar zum Thema Heterogenität -> Kompetenz.)

    Jawollja. Obwohl mich von der Mitgliedschaft weder die Uncoolness, die Nerddichte noch die Tatsache abschreckt, dass man über Penisse und Brüste der Mitglieder nachdenkt. Ich finde Politik insgesamt einfach zu wenig konsequent und zu wirklichkeitsnah. Ich brauche keinen Politiker, der mir erklärt, was heute geht und was heute nicht geht. Ich will Visionen & Utopien und den festen Willen, Naivität in Realität zu verwandeln. Mal schauen, ob die Piraten sich da tatsächlich anbieten.

  26. Pingback: Gendergedöns Teil 2 oder die Öffnung der Piratenpartei | müslikind

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